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27. April 2017

East meets West: Musikfestspiele Saar bringen China nach Saarlouis

 


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Seit 45 Jahren bestehen diplomatische Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik China. Aus diesem Anlass präsentieren die Internationalen Musikfestspiele Saar 2017 unter dem Motto „Deutsch-chinesische Klangwelten“ 17 hochklassige Veranstaltungen. Eine davon ist die deutsche Uraufführung der Paraphrase von Goethes „Faust“ der weltbekannten Peking-Oper. Am 24. und 25. Mai präsentiert das Ensemble seine rund 90-minütige Interpretation des deutschen Klassikers im Theater am Ring. Veranstalter und Stadt als Kooperationspartner stellten das außergewöhnliche Event in einer Pressekonferenz vor.

Der Intendant der Musikfestspiele Saar, Prof. Robert Leonardy, begrüßte gemeinsam mit Oberbürgermeister Roland Henz die Anwesenden. Neben Vertretern der Presse, der Stadt und des Stadtrates waren auch Robert Leonardys Gattin Inge Jochum-Leonardy und seine Tochter Eva anwesend, die beide tatkräftig im Festivalbüro mitarbeiten. Sohn Bernhard, Künstlerischer Leiter der Musikfestspiele, war leider bei dem Termin verhindert. Komplettiert wurde die Runde durch Dr. Pierette Müller, Kniegeigerin im Peking-Oper Club Frankfurt, und ihren Ehemann Edgar, den Vorsitzenden der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft Saarbrücken.

„Ich freue mich sehr, dass das „Familienunternehmen Leonardy“ in diesem Jahr wieder in Saarlouis zu Gast ist“, schmunzelte Roland Henz und betonte, wie angenehm und freundschaftlich die langjährige Zusammenarbeit der Stadtverwaltung, insbesondere des Kulturamtes, mit den Musikfestspielen Saar sei. „Jetzt bringt ihr China nach Saarlouis, mit einer Truppe, die direkt aus Italien und den Vereinigten Staaten ins Theater am Ring reist“, sagte der Oberbürgermeister und zeigte passend zum Anlass eine Mappe mit handgearbeiteten fernöstlichen Masken, die ihm von Teilnehmern eines chinesischen Schüleraustausches mit dem Saarlouiser Max-Planck-Gymnasium überreicht worden war.

Transkultureller Dialog: „Faust“ und Peking-Oper profitieren voneinander

„Für uns ist diese Premiere eine wunderbare Gelegenheit, wieder nach Saarlouis zu kommen. In diese Stadt, die für uns mit ihrer speziellen Atmosphäre etwas ganz Besonderes ist und der Kultur einen hohen Stellenwert einräumt“, so Leonardy, der anschließend Näheres zur Aufführung bekanntgab. Die Peking-Oper ist eine Form der chinesischen Oper mit künstlerischen Elementen wie Schauspiel, Tanz, Gesang Pantomime, Kampfkunst und Artistik. Die Musik steht im Gegensatz zu westlichen Opern hier im Hintergrund und betont lediglich die Handlung auf der Bühne. In Saarlouis werden vier Schauspieler und sieben Musiker zu sehen und zu hören sein. Farben, spezielle Hand- und Fußhaltungen sowie die fantasievollen Gewänder der Akteure wie Faust, Gretchen und Mephistopheles verkörpern eine festgelegte Symbolik. Um diese besser verstehen zu können, wird vor den beiden Aufführungen eine Einführung in die Thematik angeboten, die im Eintrittspreis enthalten ist.

„Ich empfehle, dieses Angebot anzunehmen“, riet Professor Leonardy. Die Elemente seien umfangreich und für Freunde klassischer Opern zuerst fremd und ungewöhnlich. Trotzdem solle man sich aber auch einfach „emotional einlassen“ auf dieses experimentelle Gesamtkunstwerk, das Großartiges aus beiden Kulturen in Kontext zueinander setzt.

Bei der Inszenierung handelt es sich um eine Koproduktion zwischen der Emilia Romagna Teatro Fondazione (Italien) mit der National Beijing Opera Company unter Leitung der deutschen Regisseurin Anna Peschke.

Karten für die beiden Vorstellungen (Beginn 20 Uhr, Einführung 19 Uhr) sind für 20, 30 oder 40 Euro beim Wochenspiegel Saarlouis, Tel.: 06831/4888330, dem Reisebüro Schmidt, Tel.: 06831/41111 und beim Infotelefon der Musikfestspiele unter Tel.: 0681/976100 erhältlich. Weitere Infos finden sich auch unter www.musikfestspielesaar.de. pm

Bildtext: Das einzigartige Gastspiel der Peking-Oper in Saarlouis stellten gestern vor: Eva Leonardy, Julia Hennings, Raphael Schäfer, Dr. Pierette Müller. Roland Henz, Prof. Robert Leonardy und Edgar Müller (v. l. n. r.). Foto: Petra Molitor/Musikfestspiele Saar

 


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