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01. September 2016

30 Jahre erste deutsch-deutsche Städtepartnerschaft

 


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30 Jahre erste deutsch-deutsche Städtepartnerschaft: Ein großes europäisches Fest in Eisenhüttenstadt - Am letzten Augustwochenende fand in der Saarlouiser Partnerstadt Eisenhüttenstadt das 17. Stadtfest statt. 178.000 Besucher flanierten an den drei Veranstaltungstagen bei fast schon tropischen Temperaturen über die Festmeile – darunter 25 Mitglieder einer offiziellen Delegation aus Saarlouis. Diese hatte sich auf den langen Weg an die Oder gemacht, um gemeinsam mit den Brandenburgern und ihren Partnern aus Bulgarien, Frankreich und Polen das 30-jährige Bestehen der ersten deutsch-deutschen Städtepartnerschaft zu feiern. Geboten wurde neben einem abwechslungsreichen Programm vor allem eins: Gastfreundschaft, wie man sie sich herzlicher nicht wünschen kann.

Donnerstagmorgen, 7 Uhr, auf dem Busparkplatz In den Fliesen in Saarlouis: In bester Stimmung machten sich Vertreter aus Verwaltung, Politik, Kunst, Kultur und Feuerwehr, angeführt von Oberbürgermeister Roland Henz und BGO Günter Melchior, auf die Reise. 11 Stunden und 830 Kilometer später traf man müde, aber glücklich auf das Eisenhüttenstädter Empfangskomitee, allen voran Bürgermeisterin Dagmar Püschel. „Schön, dass Ihr endlich da seid“, freute sich Püschel. Sie betonte wie schon bei ihrem Besuch im Juni bei der Emmes erneut die Wichtigkeit und Einzigartigkeit der Partnerschaft und wünschte allen einen schönen Aufenthalt. Die offiziellen Festivitäten zum Geburtstag der ersten deutsch-deutschen Städtepartnerschaft konnten beginnen.

Mit dem Besten aus der Vergangenheit gemeinsam in die Zukunft

Der Freitag startete mit einem Empfang der Bürgermeisterin im Rathaus am Zentralen Platz. Dort stieß die Delegation aus Dimitroffgrad/Bulgarien zur Gruppe - Partnerstadt von Eisenhüttenstadt seit 1958 und ebenfalls eine sozialistische Planstadt. „Es ist uns eine große Ehre, dass uns in diesem Jahr alle Städtepartner ihre Aufwartung zum Stadtfest und zu unserem besonderen Jubiläum machen. Im Herzen von Europa feiern wir ein internationales Fest mit Musik, Tanz und Gesang“, so die Bürgermeisterin. Der Delegationsleiter aus Dimitroffgrad wandte sich direkt an die Gäste aus Saarlouis. „Die Freunde unserer Freunde sind auch unsere Freunde. Lassen Sie uns zusammen unsere Freundschaft und diese tolle Stadt genießen“ sagte er.

„Alle, die hier heute versammelt sind, ob zum ersten Mal dabei oder alte Hasen, wollen unsere Partnerschaften in die Zukunft führen. Saarlouis als Europastadt pflegt vielfältige Kontakte über die Grenzen hinaus. Unsere Begegnungen stärken den europäischen Gedanken und bringen meiner Meinung nach mehr als die Treffen so mancher Staatschefs. Ich danke unseren wunderbaren Gastgebern, den Vertretern aller Partnerstädte, allen Organisatoren und den Menschen in Hütte“, sagte Roland Henz. Im Anschluss erfuhren alle bei einer Stadtführung viel Interessantes über die Stadt, die Anfang der fünfziger Jahre als Wohnstadt für das Eisenhüttenkombinat Ost entstand.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen und einem Ausflug zum Kloster Neuzelle traf man sich zur Programmeröffnung inklusive Bierfassanstich durch Dagmar Püschel und Roland Henz im Hütte-Treff“ wieder. Auch die französischen Gäste aus Drancy waren zwischenzeitlich eingetroffen. Die Saarlouiser Band Al Dente konnte gleich bei mehreren Auftritten viele neue Fans hinzugewinnen. Gegenüber dem „Hütte-Treff“ hatte die Freiwillige Feuerwehr Saarlouis wieder ihren Schwenker aufgebaut. Seit vielen Jahren bieten die Kameraden saarländische Spezialitäten auf dem Stadtfest an. Um 20 Uhr bildete der Lichterzug der Feuerwehr mit musikalischer Untermalung des Traditionsspielmannszuges EKO e. V. einen stimmungsvollen Rahmen für die offizielle Eröffnung des Stadtfestes auf der Hauptbühne. Diesjähriger Top-Act war das DJ-Duo „Gestört aber geil“.

ArcelorMittal lud am Samstag zur Werksbesichtigung in das integrierte Hüttenwerk. Auf hochmodernen Anlagen wird hier Erz zu Stahl verarbeitet. Der sogenannte metallurgische Kreislauf umfasst neben der Roheisen- und Stahlerzeugung auch die Weiterverarbeitung im beeindruckenden Warmwalzwerk. Bei 1.200 Grad wird hier aus dem Roheisen ein transportfertiges Warmband-Coil.

Im Rahmen einer lockeren Gesprächsrunde am Nachmittag blickten Martina und Eberhard Harz im „Hütte-Treff“ gemeinsam mit Dagmar Püschel und Roland Henz zurück auf 30 turbulente Jahre. „Das hier ist definitiv die heißeste Geburtstagsparty, die wir je gefeiert haben“, scherzte Roland Henz mit einem Blick auf ein Außenthermometer, das mittlerweile 43 Grad anzeigte. Er präsentierte den Anwesenden das Geschenk der Kreisstadt Saarlouis, eine Skulptur der Saarlouiser Künstlerin Hilla Koch-Neumann. Diese wird zukünftig einen Platz im Saal der Stadtverordnetenversammlung im Rathaus finden. Auch die hinzugekommenen Partner aus dem polnischen Głogów lauschten interessiert der Entstehungsgeschichte des Kunstwerkes. Ebenfalls überreicht wurde ein Nachdruck aus dem Goldenen Buch der Stadt Saarlouis. Dieser zeigt den Eintrag des damaligen Eisenhüttenstädter Oberbürgermeisters Dr. Manfred Sader anlässlich der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde 1986.

Wir alle für ein friedliches, buntes Europa

Die große Geburtstagsgala, moderiert von Martina Harz und Hans Werner Strauß, gestalteten Aktive aller Delegationen gemeinsam. Aus Saarlouis waren Tänzerinnen der Karnevalsgesellschaft Karo-Blau-Gold Roden mitgereist, die solo und in Kooperation mit der Tanzgruppe kuz aus Eisenhüttenstadt das Publikum begeisterten. Teammitglied Lena Kerren tanzte nicht nur mit, sie vertrat Saarlouis auch als Sängerin auf der Bühne. Alte Bekannte wie die Bauchtanzgruppe Jamalat, die bereits auf der Emmes orientalische Stimmung verbreitet hatten, wurden begeistert begrüßt.

„Das hier ist das Europa, das wir wollen. Ein fröhliches und friedliches Miteinander, voller Freundschaft und Respekt. Wir sind stolz, ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein“, rief Oberbürgermeister Roland Henz in die Menge und bedankte sich bei allen Teilnehmern der Show. Die französische Band U.N.I. wurde bei dieser Gelegenheit gleich zur Emmes 2017 eingeladen.

Eine Abendgala mit beeindruckender Lasershow bildete den Abschluss des Stadtfestes und somit auch der Geburtstagsfeierlichkeiten. Beim gemütlichen Ausklang wurden bereits Pläne für ein baldiges Wiedersehen geschmiedet. Wir freuen uns darauf. pm

 


Tags/Schlagworte dieses Artikels: Städtepartnerschaft

 

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