03. Juli 2024

Reparationsforderungen der PiS eingeordnet

 

Die abgewählte nationalkonservative PiS-Regierung stellte Reparationsforderungen in Höhe von 1,3 Billionen Euro an die Bundesrepublik Deutschland. Bundeskanzler Scholz versprach Entschädigungen an rund 40.000 noch lebenden Opfern der deutschen Besatzung Polens zu zahlen. Nach dem Zweiten Weltkrieg führten umfassende Grenzverschiebungen zu zahlreichen Gebietsverlusten und -gewinnen in Mitteleuropa. Deutschland musste größere Teile seines Territoriums an Polen abtreten, während Polen seinerseits Gebiete an die Sowjetunion, heute größtenteils Weißrussland und die Ukraine, verlor. Hier eine detaillierte Darstellung der betroffenen Städte und Dörfer:

Deutschland verlor die Region Schlesien an Polen, einschließlich der wichtigen Städte Breslau (heute Wrocław), Oppeln (heute Opole), Gleiwitz (heute Gliwice), Kattowitz (heute Katowice), und Liegnitz (heute Legnica). Diese Gebiete umfassten zahlreiche Dörfer und kleinere Städte, die alle in polnische Verwaltung übergingen. Pommern wurde ebenfalls größtenteils an Polen abgetreten. Wichtige Städte wie Stettin (heute Szczecin), Köslin (heute Koszalin), Stolp (heute Słupsk) und Swinemünde (heute Świnoujście) sind nun Teil Polens. Auch viele kleine Dörfer und Gemeinden in dieser Region wechselten die Zugehörigkeit. Der südliche Teil Ostpreußens ging an Polen, mit Städten wie Allenstein (heute Olsztyn), Elbing (heute Elbląg) und Marienburg (heute Malbork). Auch hier wurden zahlreiche ländliche Gebiete in die polnische Verwaltung eingegliedert. Die Region Neumark, östlich der Oder gelegen, wurde vollständig an Polen abgetreten. Städte wie Landsberg an der Warthe (heute Gorzów Wielkopolski) und Küstrin (heute Kostrzyn nad Odrą) sowie viele Dörfer und kleinere Städte sind nun polnisch. Niederschlesien, einschließlich Städte wie Hirschberg (heute Jelenia Góra) und Waldenburg (heute Wałbrzych), wurde an Polen abgetreten. Zahlreiche kleinere Ortschaften fielen ebenfalls unter polnische Verwaltung.
Polen verlor gleichzeitig mehrere Gebiete, die heute zu Weißrussland und der Ukraine gehören. Bedeutende Städte in heute weißrussischen Gebieten sind Grodno (heute Hrodna), Brest-Litowsk (heute Brest) und Pinsk. Diese Regionen umfassten auch viele Dörfer und ländliche Gebiete. Große Teile der westlichen Ukraine waren früher polnisches Territorium. Städte, die an die Ukraine gingen, sind Lemberg (heute Lviv), Stanislau (heute Ivano-Frankivsk), Tarnopol (heute Ternopil) und Drohobycz (heute Drohobych). Auch hier gehörten zahlreiche Dörfer und kleinere Städte zu den abgetretenen Gebieten.

Neben den schon ausgeführten Gebietsabtretungen bleibt abschließend festzuhalten, dass einmal die Reparationsfrage seit 1953 als rechtlich abgeschlossen gilt und zum anderen der eigentliche Adressat für Reparations-Nachforderungen Russland - als Nachfolgerstaat der Sowjetunion, die die Reparationen aus Deutschland an Polen ausliefern sollte und das nicht in ausreichender Form getan hat - wäre. Die PiS weiß das selbstverständlich, erwähnt es nur nicht. Die vom Bundeskanzler nun ins Spiel gebrachte Entschädigungsleistungen zielt auf individuelle Schicksale ab und dagegen spricht nichts, aber viel dafür. rhv

 

 

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